Paula Print in der Welt der Geräusche

Wie entsteht ein Hörspiel

Wie klingt eigentlich eine Krone, wenn sie auf den Boden fällt? Und wie macht man dieses Geräusch, wenn man gerade keine Krone zur Hand hat? Solchen wichtigen, elementaren Fragen ist Paula Print bei ihrer jüngsten Entdeckungsreise nachgegangen. Die Zeitungsente hat ihre Redaktionsstube verlassen und sich erkundigt, wie eigentlich ein Hörspiel entsteht. Natürlich eins für Kinder, nicht dass Paula in einen Krimi mit vielen Leichen gerät und nachts nicht mehr schlafen kann. Die neugierige Ente hatte von Peter Gräfen erfahren, der schon viele Hörspiele für Kinder gemacht hat. Schon ist sie auf dem Weg nach Thaining, wo er wohnt und arbeitet. Zuerst fragte sie ihn ein wenig aus. Volkswirtschaftslehre hat er studiert und das Schreinern gelernt, erzählt er, bevor er gemerkt hat, dass die Musik doch das Wichtigste in seinem Leben ist. Da hat er alles andere aufgegeben und nur noch musiziert und komponiert.

Wunderschöne Geschichten

Dass er Kinderhörspiele machen könnte, darauf ist ganz zufällig gekommen. Jemand, der was davon versteht, hatte ihm gesagt, dass seine Kinderlieder das Beste sind. Davon hatte er aber nicht so viele, dass eine CD voll wird! Aber, er hat eine Schwester, und die kann wunderschöne Geschichten schreiben. Ursula, so heißt die Schwester, war sofort Feuer und Flamme, und schnell war die erste Geschichte fertig. Die musste jetzt nur noch zu einem Hörspiel gemacht werden. Eigentlich ganz einfach, oder? Von wegen! Zuerst müssen Sprecher gesucht werden, für den Erzähler, für die Personen, für die Tiere (die können wie im Märchen meistens auch sprechen). Und die Musik komponiert der Peter Gräfen auch noch selbst. Einfach macht er es sich nicht.

Die Rollen bekommen natürlich Instrumente zugeordnet, wie bei „Peter und der Wolf“, das sich Paula sooo gerne anhört, wenn’s draußen kalt ist und schneit. „Da hab ich unbedingt ein Fagott gebraucht“, sagt Gräfen zum Beispiel , wie er einen alten Esel charakterisieren wollte. Ja, und die Geschichte braucht dann auch noch Hintergrundgeräusche. Na klar, Wasser und Wind und Regen und Hundegebell, das ist alles nicht ganz so schwierig. Aber wie landet eine Krähe? Was macht man, wenn man das morgendliche Vogelgezwitscher haben möchte? Aufstehen! Früh um fünf ist er mit seinem Aufnahmegerät dafür schon zum Engelsrieder See gefahren. Und dann gibt’s da noch die Krone, die auf den Boden fällt; das Gräusch hat er mit einer Bratpfanne gemacht, verrät Gräfen. Wenn das endlich alles „im Kasten“ ist, kommt die Knochenarbeit: die Texte und Geräusche werden im Computer gemischt und mit Musik verfeinert, das Cover wird gestaltet, das Booklet geschrieben. Auch das macht der Thaininger alles selbst, wow, Paula ist beeindruckt! Gerade entsteht eine Weihnachtsgeschichte, erzählt der Peter Gräfen. Zwei Hirtenhunde erleben das Weihnachtsgeheimnis und erzählen davon.

Die Geschichte findet Peter Gräfen so ergreifend, dass er jedes Mal weinen muss, wenn er sie liest, sagt er. Und zu dem Hörspiel gibt es dann auch eine DVD mit Bildern dazu. Die kann dann, wie die Weihnachtsgeschichte und die CDs mit den anderen Geschichten auch, im Internet unter www.didldum.de bestellt werden.

Romi Löbhard im "Landsberger Tagblatt"


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